3. Darß-Marathon 2008

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3. Darß-Marathon 2008

„Ich laufe lieber auf dem Darß. Auch wenn heute Hamburg-Marathon ist und ich aus der Hansestadt komme. Für mich war klar: Ich laufe den Darß-Marathon“, sagte Erika Köhn, NDR-Mitarbeiterin aus Hamburg. Das sahen die Läufer und Betreuer der ALG (Ankes Laufgruppe) aus Löcknitz ganz genauso: „Hamburg war uns zu teuer und hier können wir einen schönen Naturlauf erleben. Darum sind wir mit 19 Frauen und Männern hier angereist“, erzählte Kai Beißer von der Randberliner Laufgruppe.

Wiederholungstäter sind auch die Sieger des 3. Darß-Marathon. Ronald-Hampe (LG Neuruppin), der bei den Männern in 2:42:53 h gewann, belegte im Vorjahr Platz zwei und Liane Muschler (SC DHFK Leipzig) schaffte es sogar, alle drei Marathons auf dem Darß zu gewinnen. Dieses Mal in 3:16:05 h.

Glückliche Gesichter sah man nicht nur bei den Siegern. Überall begegnete man fröhlichen Sportlern. Keinen unwesentlichen Anteil daran hatte sicherlich das prächtige Wetter: Kein Wind und die Sonne schien, aber nicht so heftig wie im vorigen Jahr. Einzig Michael Zabel blickte etwas betrübt drein, denn der Marathon-Sieger bei den Männern 2006 und 2007 wollte eigentlich wie Liane Muschler den Hattrick probieren und dreimal gewinnen. Doch eine Sehnenscheidenentzündung zwang ihn zur Absage. So verfolgte er das Geschehen als Zuschauer. Sicher wird er auch bemerkt haben, wie Ronald Hampe, sein schärfster Konkurrent aus dem Vorjahr gleich von Beginn an die Führung übernahm und vor Marco Miltzlaff gleich kurz nach dem Start einen 300m-Vorsprung herauslief. Der Neuruppiner Hampe unterhielt sich dabei noch ganz entspannt mit seinem Begleitradler Henrik Schmidtbauer. Dass Hampe irgendwann nachlassen würde, daran glaubte sogar der Zweitpaltzierte Miltzlaff nicht, der an der Halbmarathonstrecke bereits drei Minuten zurücklag. Statt nach vorne anzugreifen, sicherte er seinen zweiten Platz nach hinten ab. Hampe hatte im Ziel elf Minuten Vorsprung vor Miltzlaff (TV Scheeßel), der sich wiederum neun Minuten zum Drittplatzierten Henrik Sievers (Ruderverein Empor Berlin) herauslief.

Ähnlich deutlich ging es bei den Frauen zu. Liane Muschler distanzierte Katrin Czekalla (M und M Rostock) auf Platz zwei (3:23:29). Dritte wurde Ivonne Fiehring (Poeler SV).

Aber so eine Marathonveranstaltung lebt ja nicht allein von den Siegern. 403 Marathonis und 760 Halbmarathonläufer und Walker gingen insgesamt auf die Strecke. Da sind Freud und Leid immer dicht beieinander. Besonders ab Kilometer 30. Wer in die Gesichter der Sportler sieht, der kann die Qual erahnen, die die letzten Kilometer für einem Läufer bedeuten – egal ob er die Marathonstrecke gelaufen ist oder nur die Hälfte. Es sind aber auch lächelnde Läufer zu sehen und Vorfreude. Die herrscht auch im Ziel. Da warten die Läufergruppen bis der Letzte ihrer Truppe ins Ziel kommt. Michael Baar, von der Läufergruppe aus Löcknitz, übernahm kurzerhand die Moderation, um Sabine Eschwege, die ihren ersten Marathon bestritt, im Ziel zu begrüßen. Nach 5:45 h lief Rudi Schmitz über den Zielstrich. Der 78-Jährige war der Älteste Marathon-Läufer des Tages und bereits im Vorjahr dabei. „Die Muskeln lassen nach. Da ist es doch klar, dass man langsamer wird. Schade, dass ich in diesem Jahr alleine gelaufen bin. Ich unterhalte mich gerne unetwegs. Aber es hat auch so Spaß gemacht“, resümiert der Buxtehuder. „Wir sehen uns im nächsten Jahr. An mir soll es nicht liegen“, ruft Rudi Schmitz noch, scheinbar völlig erholt.

Christoph Lampert, der Organisator des Laufes, zeigte sich hochzufrieden: „Alle sind glücklich. Läuferherz was willst du mehr.