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5. Darßmarathon 2010

Ich laufe lieber bei Regen“, hatte Christoph Lampert vor dem Lauf als Wetterprognose ausgegeben. Kai Lüdeke, Neu-Organisator des Darß-Marathons hörte die Worte seines Vorgängers und schluckte. Sollte es bei seinem Debüt erstmals regnen? Bisher schien viermal beim Darß-Marathon die Sonne, viermal hatte Christoph Lampert als Organisator schönes Wetter vorausgesagt und nun sprach er als Läufer vom Regen…

Aber die Sonne duldete keinen Regen. Prall schien sie vom Himmel und sorgte bei den gut 1000 Teilnehmern beim 5. Darßmarathon für beste Laune und für ein schönes Lauferlebnis. Dennoch war der Winter allgegenwärtig. „Ich konnte mich nicht so gut vorbereiten. Der Winter war zu lang“, gab Ronald Hampe, der Sieger des Darß-Marathons (2:52:19 h ) nach dem Lauf zu Protokoll. Auch Christoph Lampert bestätigte dies. „Ich hatte schon vor dem Lauf befürchtet, dass ich mein Ziel unter drei Stunden zu bleiben, nicht schaffen könnte. Bis Kilometer 25 lief alles gut, doch dann hatte ich einfach keine Kraft mehr“, so Lampert im Zielraum an der Darßer Arche.

Ein ehrgeiziges Ziel hatte auch Robby Krasselt vor den 42.195 km ausgegeben. „Ich laufe meinen ersten Marathon. Meine Vorbereitung war sehr gut. Ich bin 80 km in der Woche gelaufen. Unter vier Stunden will ich im Ziel sein“, gab er an. Und so kam es auch. Nach 3:35:58 h lief der Chef des Natur-Erlebnismuseums in Neuheide über die Ziellinie. Etwas geschafft, aber er erholte sich schnell wieder und strahlte bald mit der Sonne um die Wette.
Eine prima Vorbereitung hatte auch Wolfgang Köller (45). Der Saison-Dändorfer aus Berlin lief mit seinen Lauffreunden den ganzen Winter durch – auch als es ganz dick von Frau Holle kam. Schließlich verbesserte sich er sich von 3:55 h im Vorjahr („Es war eine Qual“) auf 3:36 h in diesem Jahr. „Das macht hart“, sprach er mit einem breiten Grinsen.

Vollkommen ohne Vorbereitung ging indes der Franzose Christian Billon (55) in den Halbmarathon. Wie sollte er sich auch vorbereiten, denn am Sonnabend wusste er ja noch nichts von seinem Halbmarathon-Einsatz. Da saß der ehemalige Brester Funker auf einem Zeesenboot und ließ sich den Boddenwind durch die Haare wehen. Doch mit ihm Boot saß auch Joachim Roscher aus Schwerin. Der hatte bereits vier Teilnahmen am Halbmarathon auf seinem Konto und musste den diesjährigen Lauf aufgrund einer Verletzung ad acta legen. Bei einem deutsch-französischem Plausch kamen beide überein, dass Christian Billon für den Schweriner laufen werde. So kam der Brester, der in Deutschland alte Funker-Kollegen besucht, zum Halbmarathon auf dem Darß. „Er hat mich gut vertreten. 2:17 h ist auch ungefähr mein Niveau. Ich bin stolz auf Christian“, gab Joachim Roscher zu Protokoll und begründete damit eine neue Männerfreundschaft.

Ob Dieter Fromme (55) Freundschaften sucht, ist nicht genau erwiesen, aber er will „berühren“. Der Berliner machte sich im Weihnachtsmannkostüm auf die Marathondistanz. „Das ist hier mein 140. Marathon. Ich laufe jedes Wochenende einen Marathon. Meine Verkleidungen wechseln vom Priester über einen Schotten zum Weihnachtsmann. Die Zuschauer freuen sich, wenn ich komme und sind sehr herzlich. Das freut mich“, diktierte der Weihnachtsmann dem erstaunten Reporter ins Büchlein.

Erstaunt war schließlich auch Kai Lüdeke. „Es ist überwältigend, gigantisch“, brachte er nur noch hervor und ging schnell wieder in den Schatten. „Die Sonne…“, entschuldigte er sich mit viel Farbe im Gesicht. Hatte ihm keiner erzählt, dass Lampert ein Zehn-Jahres-Abo mit der Sonne für den Darß-Marathon abgeschlossen hatte

Ergebnisse: www.darss-marathon.de