Den Regen einfach weg gelächelt

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Den Regen einfach weg gelächelt

Es war ein trister Moment, als Moderator Torsten Erdmann am Sonntag um 14.15 Uhr verkündete, dass die nächste Siegerehrung erst um 15 Uhr stattfinden wird. Es war kalt, die Wolken zogen zu und es nieselte. Der Platz vor der Bühne war leer, kaum ein Stuhl besetzt. Doch der Eindruck täuschte, die Stimmung beim 7. Darß-Marathon war dennoch gut. Viele Läufer wärmten sich bei einem Kaffee oder Tee in der Arche auf, am Bierstand scherzte eine Walker-Gruppe mit dem leibhaftig anwesenden Poseidon. Wer die Läufer nach ihren Eindrücken fragte, erntete unisono einen „Daumen hoch“. Die Sonne knallte nicht, das etwas kühlere Wetter kam den Sportlern sehr gelegen und während der Läufe (Marathon, Halbmarathon, Walking-Halbmarathon) blieb alles trocken. So konnte auch Maik Willbrandt aus Born das Projekt Titelverteidigung samt Streckenrekord optimal durchlaufen. Der 26-Jährige lief eine Rennen ohne die 225 weiteren Teilnehmer des Marathons – von der Spitze. Wer den netten jungen Mann erlebt, kann kaum glauben, dass der Coup penibel bis ins Detail vorbereitet war. Ein Begleitradler hatte den Plan sichtbar auf seinen Rucksack befestigt. Wann musste Maik an welcher Marke sein, wann musste Gel zu sich genommen und wann die Trinkflasche nachgefüllt werden? 2:30 h sollte im Ziel geschafft werden. Den Streckenrekord 2:30:03 h zeigte die Tafel schließlich an. Der Zweitplatzierte kam 22 Minuten später ins Ziel. Bei den Frauen sicherte sich Susanne Fries (34) aus Winges des Sieg mit 3:24:29 h. „Ich bin das erste Mal hier. Alles ist super gelaufen. Das Wetter war super, die Strecke super und auch den Organisatoren kann man nur danken“, freute sich die Athletin.
Wieder einmal war das Marathon-Wochenende in Wieck für viele ein wahrer Endorphin-Pool. Katharina (49) und Detlef (53) Grätz aus Berlin liefen zum ersten Mal auf dem Darß. „Wir machen alles zusammen und laufen auch als Paar den Marathon“, so Katharina Grätz, die mit ihrem Mann in einer Zeit von 3:36 h ins Ziel lief. Zwölf Marathons bewältigten die beiden bisher. „Aber die Darß-Medaille ist die schönste“, so Katharina.
Sieben Darß-Medaillen hat inzwischen Ernst-Peter Döge (70) aus Prerow gesammelt. Er ist von Beginn an dabei und läuft im Herbst pro Jahr einen weiteren Marathon. In Berlin, Prag, Istanbul oder Athen zum Beispiel war er dabei.

Beliebtestes Fotomodel war in diesem Jahr Torsten Fahl (49) aus Panketal. Als König Poseidon schaffte er den Halbmarathon in 2:06 h. „Alle sind sehr freundlich zu mir. Ständig werde ich zum Trinken eingeladen“, freute sich er sich. Im vorigen Jahr hatte Torsten Fahl als Teufel seinen Spaß auf der Strecke. Mit einem entspannten Lächeln spazierte Gerd Scharmberg im Ziel über den Platz. „Ich bin die Halbmarathon-Strecke gewalkt. Ich hatte mir vorgenommen, unter drei Stunden zu bleiben und das habe ich geschafft“, gab der Bürgermeister von Born zu Protokoll. Sein Sohn, Yves Scharmberg, Organisator des Lauf-Events, meisterte mit einiger Anspannung das „Regenloch“ am Nachmittag und erklärte, warum die Nordic Walking Siegerehrung um eine halbe Stunde nach hinten und die Marathon-Ehrung nicht vorgezogen wurde: „Eine Dame bat uns, mit der Walking-Ehrung zu warten, weil ihr Mann noch unter der Dusche stehen würde und für die Marathon-Siegerehrung muss ja schließlich alles vorbereitet werden.“ Kai Lüdeke, 2010 Organisator des Laufes: „Wenn im Programmheft 15 Uhr steht, dann richten sich die Teilnehmer darauf ein, sie gehen duschen oder bis dahin in ein Restaurant. Da kann man nicht einfach vorziehen.“ Als es dann endlich soweit war, fand sich dennoch eine erkleckliche Zahl an Sportsfreunden zur Siegerehrung ein. Der Regen wurde einfach weg gelächelt und gab dann auch auf. „Ein bisschen Wasser gehört schon dazu“, grinste Poseidon-Fahl gut gelaunt.

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