Ein verrücktes Fest der Sonne und der Liebe

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Ein verrücktes Fest der Sonne und der Liebe

Fastnachtstonnenabschlagen in Born – ein Dorf im Ausnahmezustand

Das war wohl das schnellste Tonnenabschlagen aller Zeiten! Nach knapp eineinhalb Stunden war das Fastnachtstonnenabschlagen 2020 in Born zu Pferd  und zu Fuß Geschichte. 

Schon im 4. Durchritt schlug der Wiecker Andreas Krüger das letzte Holz der Tonne von der Befestigung und kürte sich damit zum Fastnachtstonnenkönig. Moderator Gerd Scharmberg kam mit dem Kommentieren so schnell gar nicht hinterher und bilanzierte kopfschüttelnd: „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt!“

Verwundert werden sowohl Teilnehmer als auch Gäste des Faschingsspaßes über das herrliche Wetter am Sonnabend gewesen sein, denn Sturm und Regen hatten die Tage vor dem Spektakel geprägt.  Als sich jedoch der Umzug der lustig Verrückten aus Born,  Wieck, Ahrenshoop, Wustrow, Dierhagen, Klockenhagen und Langendamm in Bewegung setzte, schaltete die Sonne auf Frühling und schenkte allen Feierwütigen einen schönen Tag. Die Bienen aus Dierhagen bedankten sich, die Fliegenpilze sprießten, die Klockenhäger prosteten sich Bier zu, grüne Gießkannen hüpften lustig durch den Ort, Mönche segneten den Tag und die Heringstonne, Ida Wüst tanzte, jauchzte und schrie, Schlümpfe präsentierten sich ziemlich blau, Fischer fuhren raus auf den Bodden, der Sandmann und seine Truppe ließen Kindheitserinnerungen aufleben, Klimaflüchtlinge fühlten sich pudelwohl und die Blaskapellen spielten sich fröhlich die Seelen aus den Instrumenten, dass sich sogar die historischen Borner Baumstümpfe aus den Verankerungen rissen und durch den Ort wuselten! Auch Japaner gaben sich die Ehre. Was für ein Tag!

Mit viel Stolz präsentierten dann die Kostümbilder beim Einmarsch in die Arena ihre Platzierungen bei der Prämierung ihrer Einfälle, ihrer Kreativität und Fleißarbeit. Den 1. Preis bei den Einzelmasken erhielt Katharina Mau für ihr Kleid „Delfter Kacheln“. Die favorisierten Dierhäger wurden zurecht für ihr Bienenbild prämiert.  Die Darßer Fischer siegten in der Kategorie „Originelle Masken“. Den Preis für das schönste Kostüm konnte ein Borner Ehepaar für „Samurai und Geisha“ entgegennehmen. 

Dann das Tonnenabschlagen zu Pferd, an dem 20 Reiter teilnahmen. Und schon war es vorbei.

Höhepunkt eines solchen Tages ist ohnehin das Abschlagen zu Fuß. Gut 30 positiv Verrückte schwangen ihre Knüppel unter der Tonne. Spaß muss sein und den gab es reichlich. Mit viel Gebrüll, komischen Hüpflaufstilen und originellen Schlagtechniken wurde um die Königswürde gekämpft. Ja, gekämpft, denn die Narren (Gut schluck, gluck gluck) gaben alles. Da gab es Einige, die nach dem Schlag ins Gras… also hinfielen. Mini-Schnapsflaschen flogen aus den Körbchen durch die Luft, ein Mönch betete für die Wettkämpfer, Perücken lüfteten sich und sogar ein Knüppel zerbrach. Am Ende des spannend-grotesken Wettkampfes unter der Tonne siegte die Liebe! Pittiplatsch, der Liebe ist der neue Fastnachtstonnenkönig zu Fuß 2020! Bernd Krusche aus Niehagen, den alle nur Rudi Pittiplatsch riefen, freute sich wahrlich königlich-köstlich über seinen Sieg. Und was sagte die neue Hoheit zu ihrem Sieg: „Ach du meine Nase!“

Frank Burger