Heimsieg für Borner Läufer Maik Willbrandt

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Heimsieg für Borner Läufer Maik Willbrandt

Sonntag 12.58 Uhr. Die Organisatoren wollen gerade mit den Siegerehrungen zum 6. Darßmarathon beginnen, da lugt Klärchen hinter den Wolken hervor. Die Sonne ist da. Wer bisher noch nicht gut gelaunt ist, der ist es jetzt. Es wird ein schöner Nachmittag auf der Wiese neben der Darßer Arche in Wieck – voller zufriedener Menschen.

Dabei hatte der Morgen mehr als gedämpft begonnen. Bei diesigem und kaltem Wetter verloren sich gegen 8.30 Uhr nur wenige Sportler auf dem großen Platz vor der Arche. Erst kurz vor 9 Uhr versammelten sich die gut 300 Marathonis vor der Startlinie. Die Samba-Truppe aus Stralsund trommelte sich erst seit wenigen Minuten leise ein und, als wolle man niemanden erschrecken, fiel auch kein Startschuss zum Marathonlauf. Los gelaufen wurde trotzdem. Und wie: Maik Willbrandt aus Born setzte sich sofort an die Spitze und spurtete allen davon. Ab Kilometer 6 hatte ihn der Zweite zu keinem Zeitpunkt mehr im Blickfeld. Der 25-Jährige, der für den SV Motor Barth startete, gewann letztlich mit über 12 Minuten Vorsprung. Das konnte er aber nur, weil er Streckenkenntnisse hat, denn im Darßwald und kurz hinter Ahrenshoop schien dem Radbegleiter Johannes Meller die Streckenauszeichnung nicht ausreichend. Er wartete auf die nachfolgenden Läufer und holte per Handy Helfer an die heiklen Stellen.
Die Streckenauszeichnung war einer der Punkte, die die neuen Organisatoren (die Darßgemeinden) gefürchtet hatten und bewältigen mussten. Nicht alles ging glatt, aber Gerd Scharmberg, Bürgermeister von Born, zog ein positives Fazit: „Wir sind zufrieden. Wir konnten einige Verbesserungen bieten. So haben wir jetzt richtige Massageliegen und durchgehend warmes Wasser zum Duschen. Fehler können passieren. Aber wir lernen daraus.“

Insgesamt jedoch konnten die Teilnehmer des diesjährigen Marathons den Organisatoren ein positives Urteil aussprechen. Christoph Lau aus Berlin: „Ich bin jetzt das fünfte Mal dabei. Die Atmosphäre ist sehr schön. Die Organisation ist perfekt, überall sind freundliche Leute, die Landschaft ist traumhaft.“ Auch die Siegerin des Frauen-Marathons, Steffi Keil (40) aus Neuss ist begeistert: „Ich habe ja bisher nur an Stadtmarathons teilgenommen, aber dieser Lauf ist etwas ganz Besonderes. Ich komme wieder.“ Eine Dauerbrennerin in Sachen Darßmarathon ist auch Erika Köhn aus Hamburg. Sie gehört mit ihrem Bruder Peter Kellermann dem deutschen 100 Marathon Club an. Ihr Bruder Peter ist erstmals auf dem Darß zu Gast, da in diesem Jahr der Hamburg Marathon an einem anderen Termin stattfindet. Erika (127 Marathons) und Peter (146 Marathons) freuten sich sogar über das kühle Wetter. „Endlich einmal nicht so heiß“, sprach Erika aus, was viel Sportler dachten.
Dass nach dem Lauf die Sonne wärmte und so zum Gelingen des Tages beitrug war allen recht.

Um 14:06 Uhr dann ein Höhepunkt des Tages: Horst Preisler läuft ins Ziel. Der 75-Jährige Weltrekordler beendet seinen 1727 Marathon!