Darß-Marathon 2014

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Darß-Marathon 2014

Das war Kaiserwetter auf dem Darß. Alles strahlte mit der Sonne um die Wette. Dazu hatte auch jeder seinen ganz persönlichen Grund – und jeder drückte seine Freude auch in seiner ganz persönlichen Art aus. Inge Raabe erzählte fast ohne Atemholen: „Ich habe am Freitag meinen 50. Geburtstag gefeiert und bei meinem 50. Marathon habe ich meinen dritten Marathon gewonnen. Die Startnummer 50 hat mir Glück gebracht.“ Die Remscheiderin war eine der vielen glücklichen Teilnehmer des 9. Darß-Marathons, die sich am Sonntag, dem 27. April, ein Geschenk gemacht hatten. „Wir sind hier mit einer großen Truppe und genießen gemeinsam das Erlebnis. Das war ein traumhaftes Wochenende. Ich werde es nie vergessen. Der Sieger des Männer-Marathons, Marco Resech (43), war ebenso überglücklich: „Endlich hat es einmal geklappt. Ich war schon zweimal Dritter und einmal Zweiter. Jetzt hat es für den ersten Platz gereicht.“ Der Berliner gibt aber auch zu, dass er seinen Sieg dem Umstand zu verdanken hatte, dass der Lokalmatador Maik Willbrandt den Halbmarathon gelaufen ist (und gewann).

„Aber Sieg ist Sieg“, fügt Marco Resech hinzu und nahm einen kräftigen Schluck aus dem XXL-Weißbierglas, das alle Sieger spendiert bekommen haben.

Zu den großen Siegern des Tages gehörte auch Annegret Büttner (64). Die gebürtige Wieckerin lebt jetzt in Gera, hat aber alle neun Darß-Marathons bestritten. „Es ist hier wunderschön“, lächelt sie. „Und das alles hier vor meiner alten Schule.“

Doreen Breitenfeld (37) aus Stralsund ist stolz auf sich. „Nach einem halben Jahr Training bin ich jetzt wieder dabei und habe den Halbmarathon geschafft. Nach sechs Jahren. Damals bin ich hier gelaufen und diese Veranstaltung ist nun mein Neustart.“ Es ging besser als sie gedacht habe, die Wärme machte ihr ein wenig zu schaffen. Leider konnte sie erst später starten, da die Schlange an den Toiletten zu lang war. Ein paar Toiletten mehr hätte sie sich schon gewünscht.

Vinzenz Schwegmann (49) aus Berlin arbeitet in London. Aber wenn der Darß-Marathon ruft, dann läuft er nicht in Großbritanniens Metropole, sondern die Runde ab Wieck zwischen Ostsee und Bodden. Das habe er bereits im vorigen Jahr so gehalten.

Der Darß-Marathon hat auch immer internationalen Flair. Der Schweizer Roland Brand schwärmte schon unterwegs von der fantastischen Natur und lobte die Organisatoren. Allerdings machte er sich um seine Beine Sorgen. Da hatte er das Hochufer an der Ostsee noch vor sich, aber auch den nervigen Gegenwind auf dem Deich-Abschnitt zwischen Althagen und Born, an dem viele Läufer fast verzweifelten. „Nur nicht nach vorne schauen“, riet ein Läufer angesichts des scheinbar nicht enden wollenden Deiches. Gegenwind, das sind die Berge des Darßes könnte Christoph Bacher aus Schladming als neue Erkenntnis mit nach Hause genommen haben. Der Österreicher, der mit einer Rostockerin in Berlin lebt und arbeitet, ist im Lederhosen-Look unterwegs gewesen – ganz hinten im Feld. Ankommen war das Ziel bei seinem ersten Marathon. Dreimal startete er bisher beim Darß-Marathon über die 21 km. „Die Strecke ist toll, die Menschen sind freundlich. Hier komme ich wieder her“, zog er Resümee. Aber jetzt gehe es erst mal in die Berge. Das Training auf dem Darß habe ihm dazu genug Selbstvertrauen gegeben.

Selbstvertrauen braucht Yves Scharmberg nicht mehr – das hat er sich erarbeitet. Erneut hat er mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern einen exzellenten Darß-Marathon organisiert. Allerdings strahlte er nicht so wie alle anderen: „Ich bin einfach geschafft. Habe heute Nacht kaum geschlafen. Aber ich bin glücklich. Auch wenn man es nicht gleich sieht.“

Mit der letzten Siegerehrung ging nicht nur der Darß-Marathon am Sonntag zu Ende. Ein ganzes Wochenende drehte sich alles sportlich um die Darßer Arche in Wieck. Bereits am Freitag begann das Programm. Der Sonnabend stand ganz im Zeichen der Kinder-, Jugend- und Familienläufe, bis dann schließlich über 1000 Läufer und Walker (412 beim Marathon) über die verschiedenen Strecken gingen – die meisten kamen mit einem Lächeln im Gesicht ins Ziel. Es war nicht Kaiser-Wetter beim Darßer Laufevent. Es war Darßer-Wetter mit den vielen Läufern und Walkern, die sich selbst zum sportlichen Kaiser krönten.