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Mit Ehrgeiz und Spaß auf die Marathon-Runde

Dierhagen. „Wir schauen uns das Ergebnis an und dann werden die Schwächsten aussortiert“, ist die knallharte Ankündigung von Christel Glander. Das Team will beim Staffelmarathon 2010 eine bessere Zeit erreichen, da kommen nur die leistungsstärksten Läufer in die Mannschaft. Bei den „Oldies 66+“ herrschen knallharte Bedingungen, denn selbst bei der Premiere der Staffel aus Barth beim 3. Dierhäger Staffelmarathon durften nicht alle die wollten mit ins Team. „Der Altersdurchschnitt aller Läufer in der Staffel muss über 66 Jahre sein. Sonst ist bei uns nichts zu machen“, erklärt Christel Glander, die mit ihrem 77-jährigen Mann Siegfried Glander am Sonntag die 5km-Runde absolviert hat. Im vorigen Jahr seien sie gewalkt, doch als sie gesehen haben, wer da alles mitläuft, stand für sie fest: „Das können wir auch!“ Statt bei anderen Teams einen „Gnadenplatz“ zu suchen, haben sie lieber eine eigene Staffel gegründet. „Mit 66 fängt das Leben an“ so ihr Motto. Für Emmi begann das Laufleben am Sonntag bei ihren 5km in der Berliner Staffel „Heckel & Schulz“. Der Vati begleitete seine 7-jährige Tochter auf der Runde und Emmi hatte ihren Spaß. „Beim Stroh war es etwas schwer aber ich mache das nächste Mal auch wieder mit“, war Analyse und Aisblick zugleich. Die Strohaufschüttungen an den Dünen zum Strandabschnitt der Runde machten dem Triathlon-Team des TC Fiko Rostock überhaupt nichts aus. Die Leistungssportler liefen einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg mit neuem Streckenrekord von 2:40:33 h und distanzierten die Zweitplatzierte Mannschaft vom Lauftreff Uni Rostock um satte fünf Minuten ( 2:45:36 h). Platz drei erreichte das Europa-Team (2:46:20 h), in dem auch Jens-Peter Herold, Europameister und Olympiadritter im 1500m-Lauf an den Start ging. Doch der Kampf um die Spitzenplätze interessierte die meisten Staffelteilnehmer wenig. So drehten Spaßteams wie die „Laufbolde“ oder die „Sundnixen“ ihre Runden, wie Betriebssportteams (Media Runner Greifswald, Team Taschenbrecker) oder Vereinsmannschaften aus Rostock (1.LAV) und aus Stralsund (Hanse Klinikum). Spaß hatten alle Teilnehmer der 106 Staffeln ob nun langsam und gemütlich oder schnell und in Rekordjagd. Ganz gemütlich drehte der Spanier Sebastian Gonzalez-Mohino (42) seine Runden. Die ersten drei gleich hintereinander. Er arbeitet als Dolmetscher und Volkshochschullehrer in Rostock und ist von Bekannten gebeten worden, bei der Staffel „Fliegerfamilie“ mitzulaufen. Und da zwei Staffelmitglieder nicht gekommen waren, lief der spanische Laufenthusiast eben drei Runden. „Ich liebe Laufen. Ich wäre auch vier Runden gelaufen“, so Gonzalez. Das taten Aline Kosche (36) und Jürgen Röder (41). Sie sind extra das Wochenende zum Staffellauf aus Schweinfurt angereist. „Meine Frau macht hier gerne Urlaub und so hat sie mich überzeugt“, sagt Jürgen Röder. Als Paar lief so jeder einen Halbmarathon. Ein ganzes Wochenende ist auch das Team des Lauftreffs Papendorf angereist. Am Sonnabend nahm das 10-Läufer-Team bereits am Nationalparklauf in Prerow teil und am Sonntag folgte der Staffelmarathon. Bei den Familien aus der Region zeigte zum dritten Mal hintereinander die Familie Hauer aus Ribnitz-Damgarten und die Doppelfamilie Pecher-Scholl aus Barth und Rostock Flagge. So war der Staffelmarathon für alle ein Erlebnis mit Spaß-Effekt. Übrigens, die „Oldies 66+“ sind trotz allem Ehrgeiz ein Spaßteam. Spätestens als sich herausstellte, dass sich das Team mit den sieben Männern und einer Frau fast „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ nennen wollte war das klar. Und Christel Glander zog ihre Mütze und präsentierte lauthals lachend ihr schlohweißes Haar! Aber 4:06:58 ist erst einmal im kommenden Jahr zu toppen!