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Sieg beim Comeback im Sportpalast

Reingard war völlig aufgelöst. „Kann ich die Krone behalten?“, fragte sie den Moderator der Wahl zur Miss Mecklenburg-Vorpommern. Soeben wurde die 24-jährige Schwerinerin zur schönsten Frau des nordöstlichen Bundeslandes gekürt. Reingard Hagemann hatte sich in der Nacht zum Sonntag im Sportpalast Ribnitz-Damgarten gegen acht weitere Konkurrentinnen durchgesetzt. Damit vertritt die 1.76m große Studentin (in Greifswald Deutsche/Englisch auf Lehramt) Mecklenburg-Vorpommern am 13. Februar im Europapark in Rust bei der Wahl zur Miss Germany. Dort könnte sie dann zum Model-Star werden.

Die heimlichen Stars der Nacht in der Boddenstadt hatten zum Zeitpunkt der Siegerehrung (2.45 Uhr) schon lange ihren Job gemacht. Die Friseurinnen des Salons Katrin begutachteten ihre Kreationen von der Zuschauerseite aus. Seit 15 Jahren frisieren sie die Misswahl-Teilnehmerinnen ehrenamtlich vor ihren Auftritten. „Es hat mich einfach gereizt, diese Aufgabe zu übernehmen“, erzählt Katrin Biering, die extra für diesen Anlass noch einmal selbst im Sportpalast frisierte. Seit fünf Jahren trägt ihre Tochter Carolin Biering die Styling-Verantwortung Stunden vor dem eigentlichen Wettbewerb. Carolin, die inzwischen ihren Meisterbrief abgelegt hat, frisierte auch Sandra Griep bei der Miss Germany Wahl und ist verantwortlich für die Frisuren der Models bei ihren Auftritten im NDR. Dass die Models vor den Wahlen in Ribnitz-Damgarten frisiert werden, ist deutschlandweit einzigartig. Auch darum kommen die Organisatoren der Miss Germany Corporation immer wieder gerne in die Boddenstadt. Disco-Betreiber Jörg Maletz weiß das wohl zu schätzen und auch er freut sich über die neuen Choreographien, die sich Moderator Karsten Pavel und seine Helfer immer wieder ausdenken. Dieses Mal kamen die neun Kandidatinnen mit Masken auf die Bühne und ließen sich durch männliche Models eskortieren. Marco Benesch, Dennis Bossow und Nico Reinhardt, selbst erfolgreiche Mister-Wahl-Teilnehmer zeigten ihre gestählten Bodys. Die neun Kandidatinnen erwiesen sich als Riege wohl bekannter Damen im Sportpalast. Reingard Hagemann nahm bereits vor einem Jahr an der Landesendwahl teil, blieb aber ohne Platzierung. Romy Wiebelitz trat als amtierende Miss Nordvorpommern an und Elisabeth Bartesch belegte vor einem Jahr bei der Miss MV-Wahl den dritten Platz. Auch Nicole Ockert, Wenke Baumgart und Lydia Lindner hatten bereits ihre Auftritte im Sportpalast. Erfahrene Kandidatinnen also, die die drei Durchgänge (Abendgarderobe, Disko-Look und Bademode) souverän absolvierten. Für diesen Augenschmaus hätte der Abend aber auch besser besucht sein können. So hörten die staunenden Anwesenden erstmals die deutsche Nationalhymne bei der Siegerehrung und eine Miss, die von der Bühne zum Publikum hinab stieg, um sich dem Blitzlicht der zahlreichen Fotoapparaten zu stellen. Überraschend wurde die hohe Favoritin Romy Wiebelitz (17) aus Neustrelitz nur Zweite. Sie wurde von einem Teil der Jury für den Job als Miss Mecklenburg-Vorpommern zu jung eingeschätzt. Den dritten Platz belegte wie im Vorjahr Elisabeth Bartesch aus Gegensee.

Und konnte Reingard die Krone behalten? Nein, natürlich nicht. Aber sie durfte sich über wertvolle Sachpreise freuen, einschließlich eines einwöchigen Aufenthaltes im Missen Camp in Ägypten. Dort wird sie für ihren großen Auftritt im Februar im Europapark in Rust fit gemacht. Reingard blieb nach der Siegerehrung noch lange fassungslos. „Es geht doch nur um Schönheit. Trotzdem freue ich mich wirklich“, so die junge Dame, die in ihrer Freizeit auch als Radiomoderatorin in Greifswald arbeitet und dem Moderator Karsten Pavel schon mal „androhte“ seinen Job übernehmen zu wollen.